Sonntag, 20. Dezember 2009

Alkohol - Jungen und Mädchen

Alkohol und vor allem sein Missbrauch sind immer wieder ein öffentliches Thema. Stichworte wie "Komasaufen" und "Flatrate-Partys", bei denen für einen Festpreis so viel getrunken werden darf, wie man möchte, fallen dabei immer wieder. Doch auf welcher Grundlage wird diskutiert? Welche Zahlen liegen zu dem Problem vor? Und was bedeutet das mit Blick auf Jungen und Mädchen?

Deutlicher Anstieg seit dem Jahr 2000

25.700 Kinder und Jugendliche wurden in Deutschland im Jahr 2008 mit einer akuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt. Das sind 11% mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 wurden 9.500 Fälle registriert.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen sich beim Altersvergleich:

Mehr Jungen und Männer (64%) sind es in der Altersgruppe der 15 bis 20-jährigen. Mehr Mädchen (53%) in der Gruppe der 10 bis 15-jährigen.

Wie das Statistische Bundesamt aktuell mitteilt, haben Mädchen in beiden Altersgruppen im Vergleich zum Vorjahr am stärksten zugelegt. Der Zuwachs bei den 10 bis 15-jährigen ist am gravierendsten: Im Vergleich zum Vorjahr 22% mehr Mädchen zu "nur" 16% mehr Jungen.

Mit zunehmenden Alter steigt der Jungenanteil

Wie wichtig eine nach Geschlecht differenzierte Perspektive dabei ist, wird mit Blick auf die sächsische Statistik deutlich:

Alkoholvergiftungen Jungen und Mädchen in Sachsen

Während die Zahlen für die Kinder noch annähernd ausgeglichen sind, so fällt auf: Mit zunehmenden Alter sind es insgesamt mehr Fälle und vor allem Jungen, die zur Flasche greifen.

Hier soll daher nicht gefragt werden, wer stärker benachteiligt ist oder was schlimmer ist: Alkoholvergiftungen sind bei Jungen wie bei Mädchen ein ernstes Problem, für die Lösungen gesucht werden müssen. Dieser Beitrag soll (erst einmal) zeigen, dass es dabei geschlechtsbezogene Ansätze braucht.


Quellen:

SZ-online.de: Immer mehr Kinder saufen sich ins Koma

SZ-online.de: Jugendliche erhalten an Tankstellen keinen Alkohol mehr

Pressemitteilung des Statistisches Bundesamt

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