Jungenarbeit: Nein!
Im pädagogischen Arbeitsfeld der geschlechterreflektierenden Pädagogik arbeiten weibliche und männliche Fachkräfte mit einem sensiblen Blick für Jungen und Mädchen (und nicht: auf "Kinder und Jugendliche", die alle "gleich" behandelt werden).

Ziel ist es dabei die Jungen und Mädchen bei der Entwicklung ihrer männlichen bzw. weiblichen Identität zu begleiten. Es wird also Pädagogik mit einer bewussten Haltung zum Aufwachsen von Jungen und Mädchen betrieben - kurz:
Die geschlechtsbezogene Sozialisation wird immer mitgedacht.
Innerhalb dieses Bereichs arbeiten im Feld Jungenarbeit männliche Fachkräfte mit Jungen.
Dies kann verschiedene Zielsetzungen haben: Es ermöglicht einen Schutzraum, in dem Jungen untereinander Erfahrungen machen können, die im geschlechtergemischten Rahmen nur schwer möglich sind. Auch der Bezug zur Generation - erwachsener Mann/ Jungenarbeiter im Kontakt mit Jungen - spielt dabei eine Rolle. Dies alles geschieht im geschlechthomogenen Raum.
Jungenpädagogik: Ja!
Von Frauen kann daher definitorisch keine Jungenarbeit geleistet werden. Sehr wohl können Frauen aber einen sensiblen Blick für Jungen und ihr Aufwachsen haben und damit Jungen in ihrer Entwicklung zum Mann begleiten. Ihre weibliche Perspektive bietet für Jungen eine wertvolle Perspektive. Vor allem, wenn Pädagoginnen als Frau eine klare Stellung beziehen (z.B. Was finde ich an Männern attraktiv? Was nicht? Warum?).
Grenzen für Frauen in der Arbeit mit Jungen
Geht es um männliche Identifikation und Authentizität, so sind diese beiden Punkte die Grenze, ab der Frauen in der Arbeit mit Jungen Abstriche machen müssen. Ein männliches Vorbild und die selbst erlebte Erfahrung als Mann, kann eine Frau nicht transportieren. Dafür benötigt es klar (mehr) Pädagogen.
Letztlich: Jungenarbeit und Jungenpädagogik ist eine Frage der Haltung und des professionellen Arbeitsansatz. Damit ist es nur sehr bedingt an ein biologisches Geschlecht gekoppelt und kann also durchaus (mit Einschränkungen) auch von Frauen geleistet werden.
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