Dienstag, 9. März 2010

Jungenarbeit ist Beziehungsarbeit

Man hört es oft und es wird immer wieder betont:

„Jungenarbeit ist in erster Linie Beziehungsarbeit!“

vgl. dazu: Qualitätsstandards Jungenarbeit in Sachsen


Wie jede Pädagogik, so lebt auch die Jungenpädagogik von dem Kontakt und der Qualität der Beziehung, die zwischen Kindern und Erwachsenen besteht. Im Fall der Jungenarbeit ist es der wechselseitige Kontakt zwischen einem erwachsenen Mann, dem Jungenarbeiter, und einem Jungen (bzw. mehrerer Beziehungen zu Jungen in einer Gruppe).

© broianigo / PIXELIO
Die Beziehung, die zwischen Jungenarbeiter und Jungen besteht, ist also die Basis für alle pädagogischen Bemühungen. Hier können Jungen von erwachsenen Männern lernen – und umgekehrt.

Für eine professionelle Jungenarbeit ist es daher notwendig, den Kontakt zu den Jungen bewusst zu gestalten. Das bedeutet, dass der Jungenarbeiter weiß, warum er sich in welcher Art und Weise gegenüber den Jungen verhält – kurz: Das er weiß, was er tut.

Reflexion – im Team und allein

Daher ist eine kontinuierliche Reflexion der eigenen Arbeit für gelingende Jungenarbeit unabdingbar. Supervision und Rückmeldungen von Kolleginnen und Kollegen sind dabei eine Seite.

Die andere Seite ist die Selbstreflexion – Wie geht es mir in der Beziehung zu dem Jungen? Welche Gefühle spielen dabei eine Rolle? Warum ärgert mich dieses oder jenes Verhalten? Warum ist mir dieser oder jener Junge sympathischer? Und wie wirkt sich das auf die Beziehung aus? Wovor schrecke ich zurück? Auf welche Fragen habe ich keine Antwort oder wo weiche ich aus, vielleicht aus Angst?


Dies ist der erste Artikel einer Reihe zum Thema „Jungenarbeit ist Beziehungsarbeit“. In den nächsten Beiträgen möchte ich verschiedene Facetten dieses Themas beleuchten.
Grundlage dafür sind persönliche Erfahrungen aus der Jungenarbeit und das Buch von Benedikt Sturzenhecker und Reinhard Winter: Praxis der Jungenarbeit. Juventa Verlag

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