Jungenarbeit ist auch: Mit einer Gruppe Jungen durch den Wald gehen und dabei quatschen!

Das Jungenarbeit keine Zauberei ist und es keine besonderen Methoden braucht, ist in diesem Blog schon oft angesprochen worden. Das es letztlich wenig braucht, um mit Jungen ins Gespräch zu kommen, möchte ich heute hier darstellen.
Zum wiederholten Male konnte ich auf einer Ferienfreizeit die Erfahrung machen, dass man mit einzelnen Jungen oder auch in kleinen Gruppen, beim Spazieren/ Wandern sehr gut ins Gespräch kommen kann.
Dabei kommen die Themen entweder von den Jungen selbst ("Lass uns Noten für Filme geben. Ich fange an: Transformers gebe ich eine 9 von 10 Punkten. Jetzt Du, was ist Dein Lieblingsfilm?)
Oder man spricht als Erwachsener Dinge an, die einen interessieren und schaut, wie die Jungen darauf reagieren. Ideal ist es auch, wenn im Camp durchgeführte Aktionen und/ oder Methoden auf diese Weise noch einmal mit den Jungen "reflektiert" werden ("Wie fandst Du eigentlich das Spiel gestern abend?" oder "Hast Du schon einen Zettel in den Kummerkasten gesteckt?"). Man staunt, wie manche Methoden wirken und merkt, dass sich die Jungen manchmal erst einige Zeit später und in einem ganz anderen Kontext noch einmal zu dem Erlebten äußern.
Jungenarbeit en passant
Warum ist gemeinsames Laufen nun so eine gute "Jungen-Methode"?
Beim gemeinsamen Laufen muss nicht zwangsläufig ein direkter Kontakt zwischen Jungenarbeiter und Junge entstehen. Das Laufen erlaubt den ständigen Bezug auf Dinge in der Umgebung und gibt den Jungen so die Möglichkeit aus dem Gespräch auszusteigen, wenn sie es möchten - Stichwort: Die Kontrolle behalten können.
Im Bezug auf das gemeinsame (Wander-)Ziel wird das für Männerfreundschaften so wichtige gemeinsame Tun deutlich. Mit Jungen kommt man am Besten indirekt in Kontakt. Das gemeinsame Laufen ist also eher eine side-by-side-Situation und damit für Jungen und Männer angenehmer.
Jungenpädagogik?
Was macht nun den Unterschied, ob ein Pädagoge oder ein Jungenarbeiter mit einer Gruppe Jungen durch den Wald läuft?
Ich denke, im Kern ist es die Bereitschaft, sich bewusst als Mann zur Verfügung zu stellen und sich auch bei "heiklen" Themen (z.B. Klauen, die Suche nach der ersten Freundin, Weinen als Mann, etc.) zu positionieren. Wie habe ich das in dem Alter als Junge erlebt? Wie sehe ich es heute als erwachsener Mann? An welchen Stellen habe ich keine Antworten? Wie geht man als Mann damit um?
Vorangegangene Selbstreflexion und eine eigene, fachlich geklärte Haltung zu den zahlreichen Jungenthemen vorausgesetzt - dann reicht schon ein Waldspaziergang als Methode.

Ich bin völlig bei Euch. Allerdings sollte diese Methode möglichst zu Beginn der Ferienzeit / des Lagers passieren. Denn dabei entsteht auch das gewünschte Gruppengefühl. Ausserdem kann man bei dem Spaziergang auch noch einige Naturschutzthemen anbringen oder auf besondere Pflanzen etc. hinweisen.
AntwortenLöschenAlso "Frisch auf" zu mehr Wanderungen (Spaziergängen - kommt bei der lauffaulen Jugend besser an, denn klingt nach weniger Entfernung ;-)) in der Natur.