
Nach einem Tag in der Praxis schwirren mir nun ein paar Gedanken durch den Kopf:
Jantz sagt:
"Ich möchte kein Vorbild sein. Den Jungen nicht sagen, was richtig oder falsch ist. Ich möchte Ihnen jedoch die Konsequenzen ihres Verhaltens deutlich machen. Damit sie selbst entscheiden können, welchen Weg sie gehen wollen."
Hintergrund dieser Aussage ist: Als Jungenarbeiter / Jungenpädagogin gilt es, Jungen Möglichkeiten zu eröffnen und ihnen zu zeigen, was passiert, wenn sie sich für die eine oder andere Variante entscheiden. Oft ist ihnen selbst nicht klar, welche Folgen bestimmtes Verhalten hat.
In Bezug auf Berufs- und Lebensplanung ist mir das theoretisch klar - Geb ich mir in der Schule keine Mühe, hab ich schlechte Noten und kann evtl. meinen Abschluss nicht schaffen. Oder:
Mach ich als Junge einen Hauptschulabschluss werde ich später nur sehr schwer ein hohes Einkommen erzielen können. Nicht immer ist Jungen dieser Zusammenhang so deutlich.
Nur: Wie überträgt man diesen Ansatz konkret in die Praxis? Ohne dabei moralisch zu werden: Das eine ist besser als das andere...
Der Spagat zwischen "Neue Handlungsoptionen eröffnen" und "Konsequenzen ihres Verhaltens aufzeigen" erscheint mir im Moment noch schwierig. Es stellt im Alltag und der pädagogischen Praxis eine echte Herausforderung dar.
Dennoch denke ich, dass es die richtige Grundhaltung in der Arbeit mit Jungen ist. Denn oft gibt es für einige Jungen z.B. beim Thema Gewalt keine andere Möglichkeit als ebenfalls zurück zu schlagen, wenn man selbst geschlagen wurde.
Es gilt mit ihnen zu klären: Wie kann man als Junge noch reagieren, wenn man angegriffen wird - ohne sein Gesicht zu verlieren?

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